
Zitrus-Territorium
Das Zitrus-Territorium ist keine Vitrine.
Territorium bedeutet Beständigkeit, Reibung, Zusammenleben.
Das Zitrus-Territorium entsteht als ein Begegnungsraum für Künstler:innen, die Arte Cítrica im Laufe ihres ersten Bestehensjahres durchquert haben. Nicht als Katalog, nicht als Ranking, nicht als hierarchische Auswahl, sondern als ein kollektiver Körper in Ausdehnung.
Hier sind die Werke nicht angeordnet, um ein einziges Konzept zu erklären. Sie koexistieren. Sie treten in Dialog durch Nähe, Spannungen und Abweichungen. Jede:r Künstler:in, der:die Teil der Zeitschrift war, hat mehr hinterlassen als Bilder: Gesten, Fragen, Spuren von Zeit und Denken. Gemeinsam zeichnen diese Präsenzen eine mögliche Karte der zeitgenössischen Kunst, die uns interessiert: lebendig, undiszipliniert, durch Erfahrung geprägt und von der Dringlichkeit des Existierens durchzogen.
Dieses Territorium ist auch eine Geste der Erinnerung. Eine Retrospektive, die nicht nostalgisch zurückblickt, sondern aufmerksam. Wiederbesuchen heißt anerkennen. Wahrnehmen, was sich auf dem Weg aufgebaut hat, was sich in der Begegnung gestärkt hat, was noch pulsiert und nach Kontinuität verlangt.
Indem wir alle Künstler:innen versammeln, die an den Ausgaben von Arte Cítrica in diesem ersten Zyklus teilgenommen haben, bekräftigen wir eine klare redaktionelle Entscheidung: Räume zu erhalten, in denen lebende Künstler:innen gesehen, gelesen und in ihrer Komplexität anerkannt werden — außerhalb von Beschleunigungslogiken, Schnellkonsum oder algorithmischer Validierung. Mehr als ein Archiv ist das Zitrus-Territorium eine Einladung zur Beständigkeit.
Erneut hinschauen. Wahrnehmen, was übersehen wurde. Unerwartete Affinitäten erkennen. Begegnungen provozieren.
Treten Sie ohne Eile ein.
Hier stellt sich Kunst nicht aus: sie nimmt Raum ein.
Und die Zeit ist eine andere.